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Sieben Tage Finsternis

27.4.2010

Die Spanische Grippe wütet in Reykjavík, der Vulkan Katla raucht. Untergangsphantasien, Optimismus, Philantrophie und Fatalismus schießen durcheinander - im Bewusstsein der Hauptperson des Buches Sieben Tage Finsternis von Gunnar Gunnarsson.

Die Handlung dieses Romans vollzieht sich im Jahr 1918 in Reykjavik an sieben Tagen – und lässt sich deshalb auch als eine auf den Kopf gestellte Schöpfungsgeschichte lesen, mit unmittelbaren Bezügen zur Gegenwart.

Gunnar Gunnarsson ist einer der bedeutendsten isländischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der viele Jahre seines Lebens in Dänemark lebte und schrieb. Da er seine Bücher auf Dänisch verfasste, erreichte er ein größeres Publikum als viele seiner isländischen Kollegen und wurde lange Zeit als Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Sieben Tage Finsternis entstand im Schatten des Ersten Weltkrieges. Der Roman ist Teil der sogenannten Kriegsbücher-Trilogie, die Gunnar zwischen 1915 und 1920 verfasste und die einen Wendepunkt in seiner Dichtung markieren. Dabei musste die Bauernromantik, die seine frühen Bücher kennzeichnete, einer düsteren Stadtszenerie weichen und den Existenzproblemen des Individuums, das mit dem Bösen in der Welt kämpft.

Mit der Erstausgabe von Sieben Tage Finsternis im Jahre 1920 erreichte Gunnars Popularität einen Höhepunkt; das Buch erlebte elf gedruckte Auflagen noch im Erscheinungsjahr.

1921 erschien es auf Deutsch unter dem Titel Der Hass Pall Einarssons, wurde bei der Neuauflage von 1927 in Sieben Tage Finsternisumbenannt. Auf Englisch erschien das Buch 1930 unter dem Titel Seven Days' Darkness.

Die Kritiker auf beiden Seiten des Atlantiks lobten den Roman seinerzeit in den höchsten Tönen. Sie bezeichneten es als „skandinavisches Meisterwerk“ und als unabdingbaren Bestandteil eines Kanons der Weltliteratur.