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Seelenhüllen der isländischen Geschichte...
„Die Bücher sind voll überschäumendem Leben. Diese Handschriften strahlen geradezu. Es sind Strahlen, die die Herzen und Seelen aller Zeiten ansprechen.“
„Es ist natürlich eine große Ehre für mich, mit den Handschriften arbeiten zu dürfen“, sagt die Künstlerin Gabríela Friðriksdóttir über ihre Ausstellung Crepusculum, die ab September in Deutschlands renommiertester Kunsthalle, der Schirn, in Frankfurt zu sehen sein wird. In der Ausstellung wird die Künstlerin unterschiedliche kulturelle, religiöse und psychische Ebenen ihres eigenwilligen ästhetischen Zeichen-, Formen- und Bedeutungskanons mit den isländischen Handschriften in einem eigens für die Schirn geschaffenen Environment zusammenfügen. „Das ist, als ob man mit Mumien aus dem British Museum arbeitet. Sie sind wie Seelenhüllen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt der isländischen Gerschichte entstanden sind.“
„Es ist eine Installation, fast eine Landschaft“, meint die Künstlerin über Crepusculum. „Ich arbeite in dieser Ausstellung mit verschiedenen Kunstgenres; Architektur, Literatur, verkörpert durch die Handschriften, Skulptur, Audio- und Videokunst. Aber der Mittelpunkt der Ausstellung ist der von mir so genannte Ferðahof, ein Gebilde wie das Skelett eines Seeigels, ein Tabernakel, ein aufgefaltetes, begehbares Gehäuse. Das ist der Kern des Ganzen, das Zentrum der Installation und des Videokunstwerkes. Ich teile das Werk in fünf Abschnitte: Raum, Luft, Feuer, Erde und Wasser. Jede Einheit hat ihre Geschichte, die im Zusammenspiel dieser Abschnitte entsteht: Glasskulpturen, Lehmskulpturen, Sand, Licht, Geräusch und Metall.“
Offiziell wurden neun Handschriften ausgewählt, die in der Ausstellung in Frankfurt gezeigt werden.„Ich habe sie auch nach ihrem Aussehen ausgewählt, ihrer Aura. Sie verzaubern mich wie Hüllen um unglaubliche Ereignisse, die passiert sind und aufgeschrieben wurden. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den Leuten vom Árni-Magnússon-Institut zu arbeiten. Ich war gestern auf einer Sitzung und erklärte ihnen, wie ich die neun Handschriften in meine Ausstellung einbinden möchte. Es spielt eine große Rolle, das größte Sicherheit für diese Juwelen gewährleistet ist. Mir ist sehr wichtig, dass die Handschriften mit meinem Werk verbunden sind, sonst wäre es den Aufwand nicht wert. Ich finde, wir verstehen uns gut, die Handschriften und ich. Sie sind vollkommen mit dem verbunden, was ich in meiner Ausstellung vorhabe.“
Kurator der Ausstellung ist Matthias Wagner K.
Ein Video mit der Künstlerin Gabríela Fríðriksdóttir finden Sie demnächst auf unserer Homepage.
