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Ein Zentrum für die Lyrik
Vigdís Finnbogadóttir eröffnete am 8. Juli im nordisländischen Siglufjörður feierlich das Isländische Lyrik-Zentrum. Über hundert Gäste kamen zur Eröffnung in den ehemaligen Hutladen des Ortes, darunter auch der Dichter Þórarinn Eldjárn, der neben eigenen Gedichten auch Passagen aus der Gísla Saga zitierte. Darüber hinaus präsentierten Mitglieder des Heimatvereins Fjallahnjúkar Proben des traditionellen isländischen Sprechgesanges. Anlässlich der Eröffnung schenkte Atomdichter Matthias Johannessen dem Zentrum einige unveröffentlichte Gedichte.
Foto: Vigdís Finnbogadóttir und Þórarinn Hannesson, Initiator des Zentrum. © http://www.siglo.is/
Rakel Björnsdóttirüberreichte im Namen von Sagenhaftes Island die Gedichtanthologie Isländische Lyrik, die am 25. Juli im Insel Taschenbuch Verlag erscheinen wird. Es handelt sich um die erste umfassende Anthologie isländischer Lyrik von deren Anfängen bis zur Gegenwart. Zudem wurden die Lyrik-Videos, die zum Tag der isländischen Poesie von StudentInnen der Kunsthochschule Islands erstellt wurden, und der zweisprachigen Gedichtband Jarðarteikn – Erdzeichen von Þorsteinn frá Hamri, der im Mai 2011 im Queich Verlag erschien, überreicht.
Höhepunkt der Eröffnung war eine emphatische Rede von Vigdís Finnbogadóttir über die Bedeutung der Poesie für die Erhaltung der isländischen Kultur und Sprache über Jahrhunderte hinweg. Weiterhin lobte sie das Engagement des Direktors und Initiator des Zentrums Þórarinn Hannesson, und schenkte der Einrichtung ein seltenes Exemplar eines Gedichtbands des Nationaldichters Einar Benediktsson.
Das Lyrik-Zentrum in Siglufjörður ist den gesamten Sommer jeden Tag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Täglich um 16 Uhr findet eine kleine lyrische Veranstaltung statt.
